Kulturelles am Gardasee - Museen, Orte und Geschichte am Gardasee

Zu den Zitronen von Limone sul Garda

Limone sul Garda - ist es Zufall oder nicht, beim Nennen des Namens der kleinen Stadt am westlichen Ufer des Gardasees entsteht sofort eine gedankliche Verbindung zum italienischen Wort für Zitrone.

Aber nicht sie war für die Namensgebung des Ortes verantwortlich, sondern die lateinische Bezeichnung "Limes", die für das Wort "Grenze" steht.

Und trotzdem erwarten den Besucher, der das sich an einen Berghang schmiegende Städtchen Limone erreicht, neben den verwinkelten Gassen der Altstadt, dem über ihr thronenden barocken Dom und neben ausgedehnten Olivenhainen viele liebevoll restaurierten Zitronengärten, in denen die Tradition des Anbaus der Zitrusfrüchte fortgesetzt wird.

Nachweisbar ist der Anbau von Zitronen in Limone bereits seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Mit viel Fleiß und Mühe wurden damals an den Hängen des Sees in und oberhalb von Limone terrassenförmige Plantagen angelegt. Vorhanden war neben dem Willen der Bewohner nur das milde Klima. Der fehlende fruchtbare Boden musste per Schiff von den Südufern des Gardasees geholt werden und zwischen hohen steinernen Pfählen wurden mächtige Steinmauern zum Abweisen der kalten Nord-Ostwinde errichtet. Dachabdeckungen schützten die empfindlichen Pflanzen im Winter wie in einem Gewächshaus und zur Bewässerung errichtete man ein separates Kanalsystem.
Kein geringerer als J. W. Goethe war es, der im Rahmen seine Italien-Reise als einer der ersten Besucher beim Anblick der Zitronengewächshäuser ins Schwärmen geriet.

Wer heute Limone sul Garda besucht, erreicht die Stadt entweder aus Richtung Brescia oder aber mit dem Schiff aus Riva del Garda oder dem gegenüber liegenden Malcesine. Bei einem Bummel durch die malerische Altstadt, vorbei an den Souvenirshops, die alle erdenklichen mit Zitronen verzierten Produkte anbieten, lohnt sowohl der Gang zum Dom San Bendetto, in dem Gemälde aus dem 15. Jahrhundert und mehrere Marmor-Altare zu bewundern sind und zum gotischen Kirchlein San Rocco. Nördlich von Limone tauchen nach einem kurzen Spaziergang die Reste alter Zitronengewächshäuser auf.
Mit viel Sachverstand und Liebe wurde die Zitronenplantage "des Castèl" restauriert, die den Besuchern in einer Art Freilichtmuseum nordwestlich der Altstadt interessante Einblicke in den Anbau der Zitrusfrüchte bietet. Annähern 70 verschiedene Zitrusfrüchte werden in mehreren terrassenförmigen Abteilungen des großen Areals angebaut. Die Bewässerung erfolgt noch wie im 18. Jahrhundert aus einem, von einem Wildbach gespeisten Kanal. Zwischen April und Oktober ist eine Besichtigung täglich möglich. Ein ähnlicher, allerdings wesentlich kleinerer Garten befindet sich an der Seeuferstraße im Park der Villa Boghi.
Nur etwa zwei Kilometer von Limone entfernt befindet sich in der Ortschaft Tesöl am Fuße des Preàls ein weiterer sehenswerter, seit etwa 250 Jahren existierender Zitronengarten.

Besucher, die sich länger in Limone sul Garda aufhalten, haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich am schönen Strand südlich des Städtchens zu erholen. Wanderfreunden kann zum Erwandern des oberhalb Limones verlaufenden "Sonnenpfads" geraten werden, von dem aus sich eine wunderbare Aussicht auf weite Teile des Sees ergibt. Wem dies nicht genügend Kondition abfordert, der sollte sich zu einer erlebnisreichen Tageswanderung zu der in 1215 Meter Höhe gelegenen Berghütte "Bonaventura Segala" entschließen.

Ein abschließender Hinweis: In der Altstadt Limones ist kein Autoverkehr erlaubt.

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