Mountainbike-Tour auf dem Coast-Trail

Der Coast-Trail ist einer der beliebtesten Trails für Mountainbike-Touren am Gardasee. Die Mischung aus flowigen und steilen Abschnitten und der Panoramablick auf den Lago di Garda machen die rund 16 Kilometer lange Route südöstlich von Torbole zu einem Highlight, das sich MTB-Fahrer auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Dennoch ist der Trail aufgrund einiger schwieriger Passagen selbst für erfahrene Biker eine Herausforderung. Was Mountainbiker für die Bewältigung der Tour wissen müssen und wie der Coast-Trail genau verläuft, soll im Folgenden näher beleuchtet werden.

Eine schöne Route mit mittlerem Schwierigkeitsgrad

Coast-Trail Gardasee

Länge: 16,4 km
Dauer: 1:22 Stunden
Schwierigkeit:
Mittel bis Schwer

Der Coast-Trail verdankt seinen Namen seiner Lage: Er verläuft an der nordöstlichen Seite des Gardasees parallel zum Ufer und ermöglicht daher immer wieder schöne Ausblicke auf den Lago di Garda. Doch nicht nur aufgrund der Aussicht ist der Coast-Trail ein echtes Erlebnis. Gerade Mountainbiker, die die Abwechslung lieben, kommen auf der Strecke voll auf ihre Kosten. Egal, ob weicher Waldboden, sanfte Kurven oder steile Abfahrten: Der Coast-Trail ermöglicht flowiges Fahren, ohne dass der Fahrfluss durch allzu viel Geröll unterbrochen wird. Trotzdem hat die Route einen mittleren bis schweren Schwierigkeitsgrad: Allein die steilen Auf- und Abfahrten, einige Schlüsselstellen und die ausgesetzten Passagen sind eine echte Herausforderung, und auch technisch ist der Trail sehr anspruchsvoll. Gerade Downhiller und Freerider kommen hier aber voll auf ihre Kosten und können ihre eigenen Grenzen austesten. Nicht fehlen darf allerdings eine gute Vorbereitung – egal, ob im Hinblick auf die Ausrüstung, die zeitliche Planung oder auch die Information über den genaueren Verlauf des Coast-Trails.

Wissenswertes für unterwegs

Bevor sich die MTB-Fahrer an den Coast-Trail wagen, sollten sie also einige Details beachten.

Aussicht auf den Gardasee
  • Jahreszeit: Die beste Jahreszeit für eine Tour auf dem Coast-Trail liegt in den Monaten März bis November. Achtung: Nach Regen ist die Strecke ziemlich rutschig. Am besten ist es daher, sich einen sonnigen und warmen Tag für die recht anspruchsvolle Tour auszusuchen – gerade, wenn der Trail zum ersten Mal gefahren wird.
  • Ausrüstung: Der Ride auf dem Coast-Trail macht besonders mit einem Fully Spaß. Dieses Mountainbike ist vollgefedert, was für zusätzlichen Komfort sorgt. So ist ein Downhill-Fahrrad als Fully beispielsweise sehr für die Fahrt auf dem Coast-Trail zu empfehlen: Als Federung dienen hierbei eine Doppelgabel vorne und eine massive Dämpfungsfeder unter dem Sattel. Mit einem stumpferen Winkel der Doppelgabel ermöglicht ein Downhill-Fahrrad zudem das einfachere Bewältigen steiler Hänge – gerade für den Coast-Trail eine große Hilfe. Auch spezielle Downhill-Reifen können für ein verändertes Fahrerlebnis sorgen – nicht nur aufgrund des Profils, sondern hauptsächlich aufgrund des Materials: Sogenannte 2-Compound-Reifen beispielsweise besitzen in der Mitte hartes und auf den Seiten weiches Material. Der Vorteil: Mehr Grip in den Kurven und bessere Rolleigenschaften auf der Geraden. Der Nachteil: Bei solchen Reifen leidet das Bremsverhalten. Mehr Kontrolle ermöglichen leichte Tubes am Vorderreifen, während dickere Tubes am Hinterrad gleichzeitig heftige Schläge absorbieren können.
  • Sicherheitshinweise: Obwohl in Österreich nur für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr eine Helmpflicht auf dem Fahrrad gilt, ist das Tragen eines Helms grundsätzlich zu empfehlen, um schlimmen Verletzungen vorzubeugen. Auf dem Coast-Trail sind Helm und Protektoren auf jeden Fall Pflicht. Denn ein Helm ist ein absolutes Must bei der Downhill-Ausrüstung, um für den unverzichtbaren Schutz des Kopfes zu sorgen – gerade bei so anspruchsvollen Trails wie dem Coast-Trail. Die Protektoren sollten darüber hinaus Ellbogen, Unterarm, Oberarm, Schultern und Rücken abdecken. Zusätzlich ist ein Neck-Protector zu empfehlen: Dieser verhindert Verletzungen an der Wirbelsäule.

Der Coast-Trail: Daten und Verlauf der Strecke

  • Ab Torbole führt die Strecke zunächst etwa 1.000 Höhenmeter über einige Serpentinen die Altissimo-Straße hinauf – ein anspruchsvoller Start. Ist die Malga Casina auf 1.020 m erreicht, zweigt der Freeride-Trail etwas unterhalb davon rechts ab. Zwar ist der Einstieg zum Trail nur schwer zu finden, GPS-Daten können dabei aber helfen. Für Fahrer, denen dieser anstrengende Anstieg eine zu große Herausforderung ist, gibt es auch Shuttlebusse, die sie hoch zur Malga Casina bringen.
  • Auf dem ersten Abschnitt des eigentlichen Coast-Trails lässt es sich dann relativ flowig durch den Wald radeln – auf weichem Boden und in sanften Kurven. Dennoch ist der Weg technisch anspruchsvoll, also perfekt für Menschen, die gerne an ihre Grenzen gehen.
  • Anschließend geht es weiter auf einer teils flowigen, teils steilen Strecke, die insgesamt eng ist und über viele Schlüsselstellen verfügt. Der Trail führt durch den Wald fast senkrecht nach unten, wobei die Biker auf einem schmalen Pfad mit steilen Abschnitten, felsigen Stufen und Felsbrocken ihr Fahrtalent und Geschick beweisen können. Gerade die Fahrt auf die Forststraße, der die Fahrer für 200 m auf der rechten Seite folgen können, muss auf steilem und losem Untergrund absolviert werden.
  • Nach einer Abfahrt auf insgesamt 260 Höhenmetern wird die Strecke durch einen Schotterweg unterbrochen.
  • Tolle Aussicht auf den Gardasee
  • Von einem breiten Wiesenweg zweigt dann wieder der Trail ab, der dann schmal, aber zunächst flüssig und mittelschwer verläuft. Schließlich erreichen die Mountainbiker eine besonders anspruchsvolle Schlüsselstelle: Nach einer Kehre lauert hier der freie Fall. Auf einem steilen, fast senkrechten und verblockten Weg muss ein Höhenunterschied von zwanzig Metern bewältigt werden. Dieser Teil ist selbst für Profis kaum fahrbar – empfohlen wird daher, sein Bike vor sich langsam bergab rutschen zu lassen und sich an den Ästen langsam hinterher zu hangeln.
  • Nach dem Bewältigen dieser Schlüsselstelle und dem Verlassen des Waldes können die Mountainbiker schöne Ausblicke auf den Lago di Garda genießen. Dafür ist die Strecke am Steilhang aber an einigen Stellen ausgesetzt und reich an Geröll. Der Trail bleibt weiterhin steil (etwa 45°) und nur schwer befahrbar, bis der Sentiero dei Paloni erreicht wird.
  • Über den Sentiero dei Paloni können die MTB-Fahrer anschließend wieder nach Torbole hinunterzirkeln. Diese Strecke beinhaltet zwar viel losen Schotter, dafür aber kaum noch extrem ausgesetzte Passagen. Für gute Biker, die auch technisch versiert sind, ist der lange Abschnitt trotz Schotter flowig. Außerdem können sie auf hohen Felsstufen noch einmal ihr Fahrtalent beweisen und eine Menge Freeride-Spaß erleben.
  • Die Tour endet am Startpunkt Torbole, wo sich die Mountainbike-Fahrer erholen und stolz auf die bewältigte Route sein können.
  • Fazit

    Auf rund 16 Kilometern können sich Biker auf dem Coast-Trail in etwas unter anderthalb Stunden so einigen Herausforderungen stellen: Egal, ob Geröll, schmale Pfade, steile Abfahrten oder ausgesetzte Passagen – MTB-Fahrer benötigen für die Bewältigung des Trails einiges an Geschick und technischer Versiertheit. Die passende Ausrüstung, besonders in Sachen Sicherheit, ist daher von großer Bedeutung. Wettgemacht werden die teilweise anstrengenden Abschnitte – wie schon der Anstieg auf über 1.000 Höhenmeter gleich zu Beginn der Tour, sowie die Schlüsselstelle, die selbst für Profis kaum befahrbar ist – durch traumhafte Ausblicke auf den Lago di Garda. Anschließend können sich die Biker in der charmanten Altstadt von Torbole von ihrer Tour erholen und auf die erfolgreich bewältigte Route anstoßen.

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