Bardolino am Gardasee

Bardolino

Bardolino am Gardasee

Der Weinort Bardolino - quicklebendig und spritzig

Schon Vergil und Catull haben die Schönheit des Gardasees besungen - die Römer badeten gerne hier, auch sie haben wie wir Heutige sicherlich bewundert, wie die Berge des nördlichen Sees im Dunst der seidigen Gardaseeluft verschwimmen, wie am Südostufer zwischen Oliven- und Oleanderzweigen die südliche Sonne flimmert. Und den leichten, spritzigen Bardolino oder den helleren Chiaretto, die bekanntesten Erzeugnisse der Bardolino-Region, haben sie bestimmt auch nicht verschmäht.

Schon in der Bronzezeit haben frühe Siedler die Region Bardolino, die Olivenriviera, geschätzt, die spätere Römer-Siedlung wurde im Mittelalter eine freie Stadt, erst kamen die Scaliger, später die Touristen. Bardolino ist einer der traditionsreichsten touristischen Destinationen am Gardasee und auch einer der größten Ortschaften. Die Beschaulichkeit des ehemaligen Fischerortes hat brodelndem Leben Platz gemacht, hier treffen sich tagsüber die Liebhaber eines mehr urbanen Flairs auf der Piazza Principe Amedeo und in den breiten Gassen, die von Geschäften, Shops und Bars gesäumt werden, die Flaneure, und bis in die späte Nacht ziehen Nachtlokale und Diskotheken die Partygänger an.

Bardolino hat alles: Naturgenuss, Erholung und Vergnügung. An Bardolinos schönen Stränden lässt es sich gepflegt baden, die Uferpromenade mündet direkt in die Wanderwege zu den benachbarten Ortschaften Lazise und Garda. Kulturbegeisterte finden in Bardolinos Kirchen Kunstzeugen der Vergangenheit vor, in der neoklassizistischen Kirche San Nicolò Fresken und Glasfenster, in San Severo romanische Gewölbe aus dem 11. Jahrhundert, Freskenmalerei und eine langobardische Krypta aus dem 8. Jahrhundert, San Zeno verdankt seine Gründung der Besetzung durch den Karolingerkönig Pippin, Sohn Karls des Großen, im 9. Jahrhundert.

Liebt man es etwas gediegener, dann ist der südlich gelegene Ortsteil und Seeanrainer Cisano eine gute Wahl, hier findet der Urlauber die Idylle, die Bardolino ein wenig abhanden gekommen ist, hier gibt man sich (zum Beispiel auf den großen Campingsplätzen, die mit Badestränden punkten) familienfreundlich, in angenehmen kleinen Trattorias ist man abends gelegentlich zusammen mit den Einheimischen unter sich. Die sehenswerte Kirche San Julian datiert aus dem 8. Jahrhundert. Im Museo dell'Olio nimmt man Einblick in die Ölerzeugung und im Weinmuseum Zeni lockt eine Weinverkostung. Bei allem, was man unternimmt - die Siesta ist heilig!

Es lohnt sich, landeinwärts und hügelaufwärts zu fahren und bei den originellen Weingütern, die nicht selten auch über eine kleine Ausstellung oder ein Museum verfügen, halt zu machen. Die Ausblicke sind anmutig und der Wein schmeckt immer wieder gut und jedes Mal ein bisschen anders. Die Rebsorten Corvina Veronese und Rondinella geben dem Bardolino die Stammwürze, zu 20% dürfen noch die Rebsorten Molinara, Rossignola, Barbera, Merlot oder Sangiovese zugefügt werden. Weine aus dem Kerngebiet Lazise, Bardolino und Affi dürfen sich mit dem Etikett "Classico" schmücken, die Qualitätsstufe DOCG adelt ihn zum Superiore. Der süffige Rotwein ist auch das beliebteste Mitbringsel, neben Spezialitäten wie dem nativem Olivenöl, Balsamico und Grappa - die den Duft des Gardasees mit nachhause nehmen.

Wohnliche Gastquartiere findet der Urlauber - wie am gesamten See - reichlich vor, vom Campingplatz über Bed & Breakfast, charmanten Ferienwohnungen und -häuser in landestypischen Villen und malerischen Lagen bis zum Wellness-Hotel in Ortszentren und Uferpromenaden reicht die Qual der Wahl. Auch hier ist eben alles eine Frage des Geschmacks.

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