König Attila

Jedes Jahr im Juli ist es soweit in Salionze, einem Stadtteil von Valeggio: die Hunnen kommen – natürlich nur sprichwörtlich. Denn die Bewohner des Ortes feiern ein Ereignis, das schon über 1.500 Jahre her ist, sich nach heutiger Betrachtungsweise also ungefähr am Übergang von der Antike zum Mittelalter zugetragen hat. Im Jahr 452 n.Chr. war es, als die Bewohner des nördlichen Italien von einem langen Schrecken erlöst wurden, denn zuvor waren viele Monate lang Horden von Hunnen mordend und plündernd durch die Lande gezogen. Wenn es stimmt, was aus den Überlieferungen bekannt ist, dann nahm dieser Schrecken also genau 452 sein Ende – und zwar hier, direkt in Salionze.

Friedensgipfel zwischen Attila und dem Papst

Unter der Führung ihres berühmten Königs Attila hatte das Hunnenheer zuvor die Stadt Aquileia vollständig zerstört und große und bedeutende Städte wie Mailand und Bergamo erobert. Wie zeitgenössische Schriften berichten, kam es dann in Salzione zu einem Friedensgipfel zwischen Attila und dem eigens aus Rom angereisten Papst Leo I. – hier soll besiegelt worden sein, dass Attilas Heer mit den Plünderungen und Eroberungen aufzuhören habe. Historiker zweifeln allerdings daran, dass es das Treffen jemals so gegeben hat. Und wenn das Treffen tatsächlich stattgefunden haben sollte, dann, so viele Forscher, sei keinesfalls sicher, ob seine Wirkung auch so weit gereicht hat.

Ein Feuerwerk ist der Höhepunkt

Doch weil das aus heutiger Sicht nicht mehr besonders wichtig ist und die Antica Sagra di Salionze inzwischen selbst eine lange Tradition besitzt, feiert man die Feste, wie sie fallen – und dieses Fest, zu dem sich der gesamte Ort ein mittelalterliches Antlitz gibt, ist ein besonders schönes. Es werden Umzüge abgehalten, die Menschen verkleiden sich mit historisch-mittelalterlichen Kostümen, Händler bieten an mediävalen Ständen ihre Waren an. Auch in der Partnerstadt Bernalda (ganz im Süden am Golf von Tarent) findet zeitgleich übrigens die gleiche Veranstaltung statt. Den feierlichen Höhepunkt bildet ein grandioses Feuerwerk, das an den wohl bedeutendsten Tag in der Geschichte des Ortes erinnert.

Der beginn einer neuen Epoche

Ob die Legende wahr ist oder nicht: Richtig ist, dass das Ende von Attilas Schreckensherrschaft (er starb ein Jahr nach dem Friedensschluss) für Norditalien den Beginn einer neuen Epoche markierte. In jedem Fall fällt Leo I. in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle zu. Denn er dürfte – vermutlich mit einem satten Betrag – den Frieden mit Attila erkauft haben. Jedenfalls bot er dem Heer der Hunnen bei Mantua die Stirn. Zwar wurde Rom selbst 455 noch einmal von den Vandalen geplündert, doch in Italien herrschte nun erst einmal weitgehend Friede. In jedem Fall ein guter Grund für die Bewohner von Salionze und Bernalda, auch über 1.500 Jahre später noch zu feiern.

Antica Sagra di Salionze - Termine

jedes Jahr von Anfang bis Mitte Juli
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