Wer auf der A22 nach Süden fährt, entlang des Ostufers des Gardasees, glaubt es zunächst oft nicht. Hinter dem Örtchen Brentino liegt, hoch über dem Etschtal, der Wallfahrtsort Madonna della Corona. Mit 774 Höhenmetern ist er die höchstgelegene Pilgerstätte Italiens, aber damit nicht genug.
Die Basilika wurde im 15. Jahrhundert direkt in den Felsen hineingebaut, der sich über dem Dorf von Spiazzi erhebt, nachdem hier seit dem späten 12. Jahrhundert eine Eremitage angesiedelt war.
Das Standbild der Schmerzensmutter
1436 hatte der Orden der Malteser den abgeschiedenen Ort für sich entdeckt, und sie entschlossen sich dazu, aus dem Einsiedlerort eine Stätte der Wallfahrer zu machen. Den Maltesern ist es auch zu verdanken, dass sich im Inneren der Basilica Madonna della Corona das Standbild der Schmerzensmutter befindet, das die Angehörigen des Ordens seinerzeit von Malta aus in die Kirche brachten. Neben der Tatsache, dass es sich bei der Basilika um den ältesten Wallfahrtsort in Italien handelt, ist besonders ihre Lage einen Besuch wert: Die Kirche bettet sich mit den zu ihr gehörenden Gebäuden über einem Schwindel erregenden Abgrund in den senkrechten Felsen. Diese Steinwand bildet gleichzeitig die westliche Begrenzung des inneren Schiffs der Basilika, eine nahezu einzigartige architektonische Bewandtnis.
Vom östlichen Rand des schmalen Grats aus, auf dem die Kirche und die anderen Gebäude in beinahe surrealistischer Manier thronen, geht der Blick hinüber in das Tal der Etsch, und ein Schild bittet die Besucher um die Wahrung der Ruhe an diesem Ort, an dem viele Wallfahrer sicherlich auch aufgrund der exponierten Lage und der Aussicht in stille Andacht gehen.
Basilica Madonna della Corona- Informationen
Località Santuario 1
37010 Ferrara di Monte Baldo (VR)
Basilica Madonna della Corona - Öffnungszeiten
von 07:00 bis 19:30 Uhr
von 08:00 bis 18:00 Uhr

Weg der Hoffnung zum Heiligtum Madonna della Corona
So schwierig wie die Errichtung der Gebäude in der Felswand war, so schwierig ist es auch, diese zu erreichen – wenn man nicht mit dem Shuttlebus von Spiazzi hinauf zur Basilika fahren möchte (der sich von April bis Oktober in regelmäßigen Abständen die steile Straße hinaufquält). Von Brentino aus führt der „Sentiero della Speranza per il santuario Madonna della Corona“ – der „Weg der Hoffnung zum Heiligtum Madonna della Corona“ – über etwa drei Kilometer hinauf zur Kirche, wobei fast 600 Höhenmeter bewältigt werden müssen.
Dieser steile Pfad, auf dem es immer nur bergauf geht, stellt die letzte Strecke dar, die die Pilger auf ihrem Weg hinter sich bringen müssen, und wer oben angekommen ist, kann sich zugutehalten, sich nicht den leichtesten Abschnitt des Weges herausgesucht zu haben. Die meisten Touristen entscheiden sich darum für die beiden bequemere Variante: die bereits erwähnte mit dem Bus.
Anfahrt nach Spiazzi
Nach Spiazzi gelangt man, wenn man von der Brenner-Autobahn an der Ausfahrt Affi - Lago di Garda Sud abfährt und im folgenden Kreisverkehr die erste Ausfahrt nimmt. Es folgt ein zweiter Kreisverkehr, in dem man nach links in Richtung Spiazzi-Ferrara di Monte Baldo fährt, was ausgeschildert ist. Nach weiteren 20 Kilometern erreicht man Spiazzi.
Der Shuttlebus ist übrigens kein Muss: Wer sich nach der Fahrt die Beine vertreten möchte, kann auch per pedes von Spiazzi zur Basilica Madonna della Corona gelangen. Das dauert etwa eine halbe Stunde.